Slider-img-1

Konvoi Rumänien Nord

Rumänien (Distrikt Bistrita-Nasaud)

„In Rumänien herrscht ein krasses Missverhältnis zwischen einer kleinen, sehr reichen Oberschicht und einer großen Unterschicht; dazwischen gibt es nichts“, erklärt Lorand Szüszner. Der Johanniter-Ortsbeauftragte in Lauf an der Pegnitz ist seit 1999 als Konvoileiter mit den Johanniter-Weihnachtstruckern in der Region Bistrita-Nasaud im Norden Transsilvaniens im Einsatz. Als solcher koordiniert er die alljährliche Verteilung der Hilfspakete an bedürftige Kinder, Familien sowie alte und behinderte Menschen vor Ort und war überdies als Auslandshelfer auch am Aufbau eines soliden, verlässlichen Netzwerks mit den lokalen Partnerorganisationen und Institutionen beteiligt.

Szüszner kann bestätigen, wie bitter nötig die Hilfsaktion ist. „Auf dem Land herrschen teils katastrophale Verhältnisse. Ich kenne Gegenden, da verkehren auf den holperigen Wegen ausschließlich Pferdefuhrwerke. In manchen Dörfern gibt es keinen Strom. Die Menschen dort holen ihr Trinkwasser aus einem Brunnen, die sanitären Verhältnisse sind für die heutige Zeit bestürzend.“

Auch in den moderneren ländlichen Siedlungen seien die Zustände oftmals spürbar schlechter als wir es gewohnt sind. Häufige Überschwemmungen, mangelhafte Infrastruktur und die schlechte wirtschaftliche Entwicklung des Landes führen dazu, dass viele Menschen Hunger leiden müssen. Millionen von Menschen sind ohne Arbeit oder verdienen gerade einmal den Mindestlohn von 239 Euro – brutto, wohlgemerkt. Gleichzeitig sind die Lebenshaltungskosten immens hoch. „Im Sommer können manche sich durch ihre Gemüsegärten selbst versorgen. Aber im Winter, wenn Temperaturen bis minus 30 Grad herrschen, leiden sehr viele Menschen Not“, so Szüszner. „Für sie sind unsere Päckchen wirklich wichtig.“

Die ehrenamtlichen Helfer des Johanniter-Weihnachtstruckers fahren im Norden Rumäniens rund 170 Verteilstellen in Schulen und Kindergärten an. Wenn möglich bekommen die Kinder ihr Geschenk persönlich von den Weihnachtstruckern überreicht. Aufgrund der Menge ist diese Art der Verteilung allerdings nicht durchgängig zu bewältigen. Rund 1.500 örtliche Helfer, darunter Beamte der Polizei, der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes, Lehrerinnen und Lehrer sowie Freiwillige des gemeinnützigen Johanniter-Partnervereins Tasuleasa Social begleiten die Verteilung daher Jahr für Jahr tatkräftig. Ziel des Vereins Tasuleasa Social ist es, einer jungen, heranwachsenden Generation neue Perspektiven, Sensibilität und Wissen für ihre Umwelt und ihr soziales Miteinander zu vermitteln sowie für freiwilliges Engagement für die Mitmenschen zu motivieren. 

NACH OBEN