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Konvoi Rumänien Nord

Rumänien (Distrikt Bistrita-Nasaud)

„In Rumänien herrscht ein krasses Missverhältnis zwischen einer kleinen, sehr reichen Oberschicht und einer großen Unterschicht; dazwischen gibt es nichts“, erklärt Lorand Szüszner. Der heute 65-jährige Ortsbeauftragte in Lauf an der Pegnitz ist seit 1999 als Konvoileiter mit den Johanniter-Weihnachtstruckern im Distrikt Bistrita-Nasaud im Norden Transsilvaniens im Einsatz. Als solcher koordiniert er die alljährliche Verteilung der Hilfspakete an bedürftige Kinder, Familien, sowie alte und behinderte Menschen vor Ort und war überdies als Auslandshelfer auch am Aufbau eines soliden, verlässlichen Netzwerks mit den lokalen Partnerorganisationen und Institutionen beteiligt.

Szüszner kann bestätigen, wie bitter nötig die Hilfsaktion ist. „Auf dem Land herrschen teils katastrophale Verhältnisse. Ich kenne Gegenden, da verkehren auf den holperigen Wegen ausschließlich Pferdefuhrwerke. In manchen Dörfern gibt es keinen Strom. Die Menschen dort holen ihr Trinkwasser aus einem Brunnen, die sanitären Verhältnisse sind für die heutige Zeit bestürzend.“

Auch in den moderneren ländlichen Siedlungen seien die Zustände oftmals spürbar schlechter als wir es gewohnt sind. Häufige Überschwemmungen, mangelhafte Infrastruktur und die schlechte wirtschaftliche Entwicklung des Landes führen dazu, dass viele Menschen Hunger leiden müssen. Millionen von Menschen sind ohne Arbeit oder verdienen gerade einmal den Mindestlohn von 239 Euro – brutto, wohlgemerkt. Gleichzeitig sind die Lebenshaltungskosten immens hoch. „Im Sommer können manche sich durch ihre Gemüsegärten selbst versorgen. Aber im Winter, wenn Temperaturen bis minus 30 Grad herrschen, leiden sehr viele Menschen Not“, so Szüszner. „Für sie sind unsere Päckchen wirklich wichtig.“

Die ehrenamtlichen Helfer des Johanniter-Weihnachtstruckers fahren im Norden Rumäniens rund 170 Verteilstellen in Schulen und Kindergärten an. Wenn möglich bekommen die Kinder ihr Geschenk persönlich von den Weihnachtstruckern überreicht. Aufgrund der schieren Menge ist diese Art der Verteilung allerdings nicht durchgängig zu bewältigen. Rund 1.500 örtliche Helfer, darunter Beamte der Polizei, der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes, Lehrerinnen und Lehrer sowie Freiwillige des gemeinnützigen Johanniter-Partnervereins Tasuleasa Social begleiten die Verteilung daher Jahr für Jahr tatkräftig. Letzterer wurde im Jahre 2000 von dem Deutsch-Rumänen (und engagierten Johanniter) Alin Uhlmann Useriu gegründet, ist heute der beständigste, größte und bedeutendste Verein im Bereich Soziales und Umwelt in Rumänien und einer der wichtigsten lokalen Partner der Johanniter.

Ziel des Vereins ist es, einer jungen, heranwachsenden Generation neue Perspektiven, Sensibilität und Wissen für ihre Umwelt und ihr soziales Miteinander zu vermitteln sowie für freiwilliges Engagement für die Mitmenschen zu motivieren. Nach dem Motto, „Wer bekommt, ist auch in der Lage geben“, engagieren sich seit Jahren Tausende Ehrenamtliche bei Tasuleasa Social in zahlreichen Aktionen, wie etwa der Reinigung von 450 km Flusslauf mit 2.500 Freiwilligen oder dem Pflanzen von mittlerweile gut einer Million Bäumen. Lorand Szüszner ist begeistert: „Auf diese Weise haben die Johanniter-Weihnachtstrucker eine nachhaltige Entwicklung vor Ort mit angestoßen, bei der die junge Generation lernt, dass freiwilliges, soziales Engagement und der gemeinsame Einsatz für sich und die Umwelt eine Besserung der Lebensumstände bewirken kann.“

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